Nachhilfe-Hilfe

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Was ist das "Referendariat"?

BayernPosted by Katarina Koch Wed, November 08, 2017 10:49:59
Viele Kinder werden von Referendaren unterrichtet und Eltern wollen oftmals wissen, was es denn nun genau heißt und wer genau für die Noten ihrer Kinder verantwortlich ist.

Das Referendariat ist eine zweijährige Ausbildung der angehenden Lehrer, die zum Zweiten Staatsexamen führt, das mit zum Beispiel mit einer Vier zwar bestanden ist, aber vollkommen wertlos. Im Referendariat, so die Annahme, werden die jungen Akademiker auf ihren Berufsalltag als Lehrer vorbereitet und schließlich, nach wenigstens einem Jahr Erfahrung, beurteilt.

Sie müssen aber als Elternteil wissen, dass das Referendariat für die meisten Referendare eine ziemliche schwierige Zeit ist. Nach fünf bis sechs Jahren Studium und einem akademischen Abschluss muss sich ein erwachsener Mensch von anderen Erwachsenen wie ein Schüler behandeln lassen und viele, zum Großteil widersprüchliche, Anforderungen erfüllen. Im Referendariat ist zum ersten und zum letzten Mal im Leben eines angehenden Lehrers wichtig, welche Art von Pfeil man an die Tafel malt und ob man überhaupt an der Tafel schreibt oder mit welchem Bildchen man eine Stunde anfängt. Das sind weltbewegende Fragen im Referendariat. Weltbewegend, wie gesagt.
Je nach Persönlichkeit kommt man mit diesen Umständen mehr oder weniger gut klar. Am besten können Menschen abschneiden, die sich gut anpassen können, am schlechtesten schneiden jene ab, die sich schlecht anpassen können. Anpassen an sich ist keine schlechte Eigenschaft; Anpasserei und das Ducken, das im Referendariat als Voraussetzung verlangt werden, schon. Und ja, sich zwei Jahre lang zu ducken macht einen zu einem schlechteren Lehrer. Es geht nicht spurlos an einem vorbei.

Aber das absolut Schlimmste, was im sogenannten "Ref" passiert, ist die systematische Neurotisierung der jungen Menschen, die Lehrer werden wollen. Als Lehrer muss man (angeblich, das hat uns leider keiner unserer Ausbilder vorgeführt):
- innovieren, aber auch Traditionen wahren
- differenzieren, aber auch auf die Gruppe eingehen
- eine Fünf geben, ohne den Schüler zu verletzen
- jemanden zurechtweisen vor einer Lerngruppe, ohne ihn "bloßzustellen"
- mit Grün schreiben, aber es soll gleichzeitig rot aussehen etc. etc. etc. etc.

Diese Anforderungen sind, meiner Ansicht nach, mit Absicht so schwammig und widersprüchlich, damit man willkürlich die Noten verteilen kann, die man gerade so nach Laune oder politischen Überlegungen oder sonst was geben will. Nur ist jemand, der erstmal seinen Ausbildern vertraut, eine lange Zeit hin- und her gerissen zwischen dem offensichtlichen Schwachsinn dieser Forderungen und der Tatsache, dass alle um einen herum diese zu erfüllen suchen und manche anscheinend auch erfolgreich sind. Der Gruppenzwang ist im Referendariat ganz stark gegeben.

Diese Neurotisierung und Verunsicherung der jungen Menschen führt dazu, dass der Lehrer im Referendariat viel mehr darauf konzentriert ist, mit seinen Ausbildern, nun ja, klarzukommen, als mit seiner eigentlichen Arbeit, dem Lehren. Diese Ausbildung lässt die jungen Lehrer nicht in Ruhe arbeiten, sondern nimmt viel zu viel Zeit für irgendwelche blöden Spielchen weg. Man wird tatsächlich neurotisch und egozentrisch, man denkt die ganze Zeit an die Beurteilung durch andere und nicht daran, erstmal vor sich selbst Rechenschaft abzulegen über sein eigenes Verhalten. Man will vor anderen Erwachsenen "eine gute Stunde" (was auch immer das sein soll) halten, und nicht vor den Schülern. Man will Draht zu den Kollegen finden. Man will sich vor dem allmächtigen Herr und König, dem Seminarlehrer, profilieren, wie damals, als Schüler, da wollte man dem Lehrer auch gefallen. Als erwachsener Mensch muss man sein Selbstbewusstsein in fremde Hände legen, und abwarten, wie das Urteil ausfällt. DAS ist Neurotisierung. Es ist eine sehr ungesunde und ungute Situation, die auch traumatische Züge annehmen kann und zu psychischen Schwierigkeiten eines Referendars führen kann.

Aber das Wichtigste, was Sie als Elternteile wissen müssen, ist, dass der Referendar für nichts Verantwortung trägt. Man versucht, ihm diese aufzubürden, aber letztendlich entscheidet er selbst gar nichts, es entscheidet sein Betreuungslehrer oder der Seminarlehrer oder sonst jemand. Wenn der Referendar nichts entscheiden kann, dann trägt er auch keine Verantwortung. Wenn er keine Verantwortung trägt, ist seine ganze Arbeit nur Zirkus für seine Herren und Könige, von denen es mehrere gibt und denen es er recht machen muss. Die kichern dann über seine Fehler (sie selbst sind ja fehlerfrei) und bewerten jeden Pups dieses jungen Menschen, weil sie Macht haben. Letztendlich, wie ein kluger Mann mir einmal sagte, geht es um Macht.

Das heißt, wenn ihr Kind bei einem Referendar eine schlechte Note schreibt, ist der Betreuungslehrer zuständig, und nicht der Referendar. Lassen Sie den armen Referendar oder die arme Referendarin in Ruhe. Die versuchen nur zu überleben. Sprechen Sie lieber mit den Vorgesetzten.












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