Nachhilfe-Hilfe

Hat der Migrationshintergrund Einfluss auf die Leistungen Ihres Kindes?Bayern

Posted by Katarina Koch Fri, November 17, 2017 10:30:00


Robin Hood und seine Schar laufen durch den Wald. Ihnen kommt ein reicher Mann entgegen. Robin Hood überfällt ihn und nimmt ihm das Geld weg mit den Worten: „Ich bin Robin Hood, ich nehme den Reichen das Geld und gebe es den Armen.“ Da kommt ein Armer des Weges. „Ich bin so arm“, klagt er. Robin Hood gibt ihm das Geld, das er dem Reichen weggenommen hat. Der Arme zählt das Geld und freut sich: „Ich bin reich! Ich bin reich!“ Daraufhin überfällt ihn Robin Hood, nimmt ihm den Münzbeutel wieder weg mit den Worten: „Ich bin Robin Hood, ich nehme den Reichen das Geld und gebe es den Armen.“

Dieses Thema ist allgegenwärtig und gleichzeitig sehr komplex. Ich möchte nicht über diejenigen Kinder schreiben, die auf Grund ihres Migrationshintergrunds tatsächlich deutlich schlechtere Leistungen erbringen als ihre Schulkameraden. Es geht um die Kinder, die in Deutschland geboren und/oder aufgewachsen sind, die deutsche Staatsbürgerschaft haben und als „Schüler mit Migrationshintergrund“ gelten. Ihr Leistungsniveau liegt im Mittelfeld und wird von Situation zu Situation unterschiedlich bewertet. Dazu möchte ich mich äußern.

In Deutschland haben wir 2017 eine einzigartige Situation: soziale Schwäche wird aktiv gefördert. Wenn man nicht arbeitet, zum Beispiel, wird man vom Staat viel mehr unterstützt, als wenn man selbstständig wird. Für Frauen rentiert es sich häufig gar nicht zu arbeiten, vorausgesetzt, sie haben einen gutverdienenden Ehemann. Diese Umstände haben verheerende Auswirkungen auf die Menschen und auf die Jugend. Sprüche wie: „Vor dem Studium werde ich mich ein Jahr lang erholen“ (wovon?!) oder „Dann geh‘ ich halt harzen nach Berlin“ hört man gar nicht so selten. Alle scheinen in Deutschland Opfer zu sein, nur die arbeitende und steuerzahlende Bevölkerung nicht. Das Rentenalter wird regelmäßig erhöht, damit man wohl beim Arbeiten tot umfällt und dem Staat nicht auf der Tasche liegt - wenn man schon so doof ist, 2017 in Deutschland zu arbeiten.

Zurück zu den Schülern mit Migrationshintergrund. Solange diese Schüler bemitleidenswert sind und in der Opferrolle auftreten, wird das deutsche Schulsystem sie durchlassen. Sobald es aber später darum geht, besser zu werden, sozial aufzusteigen, etwas aufzubauen, da fangen dann die Hürden an. Sobald man die Opferrolle verlässt, wird man immer unbeliebter. Gekonnte Selbststilisierung als Opfer ist in Deutschland eine beliebte und funktionierende Möglichkeit, an Geld und sogar Status zu kommen, ohne sich anzustrengen. Fleiß und harte Arbeit sowie Respekt vor sich selbst werden systematisch bestraft, sodass der Eindruck entstehen könnte, es lohne sich nicht, hart zu arbeiten. Solange man dort ist, „wo man als Ausländer hingehört“, wird man unterstützt und getätschelt; der soziale Aufstieg wird aber diesen Kindern oder jungen Erwachsenen häufig systematisch verwehrt. Gegen diesen, von außen vermittelten Eindruck, muss man das Kind schützen. Es gibt nichts Schlimmeres und Zerstörenderes als Untätigkeit und die ewige Opferrolle, als Abhängigkeit und die Überzeugung, dass Schwäche belohnt wird. Schwäche wird immer verachtet und zertrampelt, auch wenn man den Schwachen eine Zeit lang unterstützt und ausnutzt, um sich, zum Beispiel, Wählerstimmen zu sichern.

Man muss sich eben damit abfinden, dass es schwer wird, und einen Weg suchen, diese Hürden zu umgehen. Schließlich ist es normal, dass man als Einwanderer in einem Land nicht die besten Karten hat. Ich glaube nicht, dass hier ein Grund zur Verzweiflung vorliegt. Den Kindern von Migranten muss klar sein oder klargemacht werden: sie werden ihr Leben lang das Doppelte oder Dreifache leisten und immer wieder Rückschläge einstecken müssen. Wie Konrad Adenauer sagte: „Fallen ist weder gefährlich noch eine Schande. Liegenbleiben ist beides.“















Liebe Eltern, Sie haben recht!aus dem Alltag

Posted by Katarina Koch Wed, November 15, 2017 13:49:02

Man wird oft gefragt als Nachhilfelehrer: "Habe ich recht? Oder muss ich es doch anders machen/sehen?"

Liebe Eltern, Sie haben recht!

Sie haben recht, wenn Sie das Wohl Ihrer Kinder vor die Wünsche fremder Personen, z.B. Lehrer oder Lehrerinnen, stellen! Wenn Sie es für richtig halten, dass Ihr Kind aufs Gymnasium geht, hören Sie nicht auf gut gemeinte Ratschläge.

Sie haben recht, wenn Sie Ihre Kinder beschützen! Außer Ihnen wird es niemand tun. Wenn Ihr Kind ungerecht behandelt wird, dann sollen Sie mit der zuständigen Lehrkraft sprechen und wenn nötig, mit dem Schulleiter und wenn nötig, auch weitergehen.

Sie haben recht, wenn Sie sich nicht von Ihrem Kurs abbringen lassen! Weil das Schulsystem immer mehr verkommt, ist es nicht mehr dazu fähig, adäquate Entscheidungen zu treffen, genauso, wie die Mehrzahl der an diesem System Beteiligten. Korrupte Systeme korrumpieren die in ihnen Beschäftigte.


Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg und Glück auf Ihrem Weg. Sie haben sicher recht und tun das einzig Richtige für Ihr Kind.







Zu Besuch bei MeineKurse24Lernfabrik

Posted by Katarina Koch Fri, November 10, 2017 10:56:28



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Lernfabrik Lernfabrik

Posted by Katarina Koch Thu, November 09, 2017 10:06:54

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Die Lernfabrik ist eine Nachhilfeschule im Herzen Nürnbergs, die sowohl Nachhilfe als auch Begleitunterricht und Prüfungsvorbereitungen anbietet.
Was unterscheidet uns von anderen Nachhilfeschulen? - Wir haben ein breites Dienstleistungsangebot. Des Weiteren bieten wir unseren Schülern einen hervorragenden Service: sie können bei uns nicht nur Stunden erhalten, sondern auch Bücher aus unserer Bibliothek ausleihen, sich bei Projektarbeiten helfen lassen, ihre Seminararbeiten binden lassen und vieles mehr. Die Eltern unserer Schüler können jeder Zeit auf uns zukommen und sich beraten lassen.

Bei der Auswahl der Lehrkräfte legen wir Wert auf universitäre Bildung und vor allem die Beherrschung des eigenen Fachs sowie Erfahrung im Unterrichten.

Wir sind mittlerweile hervorragend ausgestattet mit Tafeln in jedem Unterrichtsraum, mit Beamer, zahlreichen Wissenschaftsbaukästen, Lernspielen und ausgesuchten und getesteten Lehrmaterialien für jedes Fach. Da wir Wert auf den Einsatz moderner Medien legen, bieten wir Wlan-Zugang und sind mit modernen Geräten ausgerüstet Auch unsere Kommunikation läuft größtenteils über Messenger wie WhatsApp. Dadurch sind wir sehr gut erreichbar und flexibel.

Lernen lieben lernen - willkommen in der Lernfabrik!



Was ist das "Referendariat"?Bayern

Posted by Katarina Koch Wed, November 08, 2017 10:49:59

Viele Kinder werden von Referendaren unterrichtet und Eltern wollen oftmals wissen, was es denn nun genau heißt und wer genau für die Noten ihrer Kinder verantwortlich ist.

Das Referendariat ist eine zweijährige Ausbildung der angehenden Lehrer, die zum Zweiten Staatsexamen führt, das mit zum Beispiel mit einer Vier zwar bestanden ist, aber vollkommen wertlos. Im Referendariat, so die Annahme, werden die jungen Akademiker auf ihren Berufsalltag als Lehrer vorbereitet und schließlich, nach wenigstens einem Jahr Erfahrung, beurteilt.

Sie müssen aber als Elternteil wissen, dass das Referendariat für die meisten Referendare eine ziemliche schwierige Zeit ist. Nach fünf bis sechs Jahren Studium und einem akademischen Abschluss muss sich ein erwachsener Mensch von anderen Erwachsenen wie ein Schüler behandeln lassen und viele, zum Großteil widersprüchliche, Anforderungen erfüllen. Im Referendariat ist zum ersten und zum letzten Mal im Leben eines angehenden Lehrers wichtig, welche Art von Pfeil man an die Tafel malt und ob man überhaupt an der Tafel schreibt oder mit welchem Bildchen man eine Stunde anfängt. Das sind weltbewegende Fragen im Referendariat. Weltbewegend, wie gesagt.
Je nach Persönlichkeit kommt man mit diesen Umständen mehr oder weniger gut klar. Am besten können Menschen abschneiden, die sich gut anpassen können, am schlechtesten schneiden jene ab, die sich schlecht anpassen können. Anpassen an sich ist keine schlechte Eigenschaft; Anpasserei und das Ducken, das im Referendariat als Voraussetzung verlangt werden, schon. Und ja, sich zwei Jahre lang zu ducken macht einen zu einem schlechteren Lehrer. Es geht nicht spurlos an einem vorbei.

Aber das absolut Schlimmste, was im sogenannten "Ref" passiert, ist die systematische Neurotisierung der jungen Menschen, die Lehrer werden wollen. Als Lehrer muss man (angeblich, das hat uns leider keiner unserer Ausbilder vorgeführt):
- innovieren, aber auch Traditionen wahren
- differenzieren, aber auch auf die Gruppe eingehen
- eine Fünf geben, ohne den Schüler zu verletzen
- jemanden zurechtweisen vor einer Lerngruppe, ohne ihn "bloßzustellen"
- mit Grün schreiben, aber es soll gleichzeitig rot aussehen etc. etc. etc. etc.

Diese Anforderungen sind, meiner Ansicht nach, mit Absicht so schwammig und widersprüchlich, damit man willkürlich die Noten verteilen kann, die man gerade so nach Laune oder politischen Überlegungen oder sonst was geben will. Nur ist jemand, der erstmal seinen Ausbildern vertraut, eine lange Zeit hin- und her gerissen zwischen dem offensichtlichen Schwachsinn dieser Forderungen und der Tatsache, dass alle um einen herum diese zu erfüllen suchen und manche anscheinend auch erfolgreich sind. Der Gruppenzwang ist im Referendariat ganz stark gegeben.

Diese Neurotisierung und Verunsicherung der jungen Menschen führt dazu, dass der Lehrer im Referendariat viel mehr darauf konzentriert ist, mit seinen Ausbildern, nun ja, klarzukommen, als mit seiner eigentlichen Arbeit, dem Lehren. Diese Ausbildung lässt die jungen Lehrer nicht in Ruhe arbeiten, sondern nimmt viel zu viel Zeit für irgendwelche blöden Spielchen weg. Man wird tatsächlich neurotisch und egozentrisch, man denkt die ganze Zeit an die Beurteilung durch andere und nicht daran, erstmal vor sich selbst Rechenschaft abzulegen über sein eigenes Verhalten. Man will vor anderen Erwachsenen "eine gute Stunde" (was auch immer das sein soll) halten, und nicht vor den Schülern. Man will Draht zu den Kollegen finden. Man will sich vor dem allmächtigen Herr und König, dem Seminarlehrer, profilieren, wie damals, als Schüler, da wollte man dem Lehrer auch gefallen. Als erwachsener Mensch muss man sein Selbstbewusstsein in fremde Hände legen, und abwarten, wie das Urteil ausfällt. DAS ist Neurotisierung. Es ist eine sehr ungesunde und ungute Situation, die auch traumatische Züge annehmen kann und zu psychischen Schwierigkeiten eines Referendars führen kann.

Aber das Wichtigste, was Sie als Elternteile wissen müssen, ist, dass der Referendar für nichts Verantwortung trägt. Man versucht, ihm diese aufzubürden, aber letztendlich entscheidet er selbst gar nichts, es entscheidet sein Betreuungslehrer oder der Seminarlehrer oder sonst jemand. Wenn der Referendar nichts entscheiden kann, dann trägt er auch keine Verantwortung. Wenn er keine Verantwortung trägt, ist seine ganze Arbeit nur Zirkus für seine Herren und Könige, von denen es mehrere gibt und denen es er recht machen muss. Die kichern dann über seine Fehler (sie selbst sind ja fehlerfrei) und bewerten jeden Pups dieses jungen Menschen, weil sie Macht haben. Letztendlich, wie ein kluger Mann mir einmal sagte, geht es um Macht.

Das heißt, wenn ihr Kind bei einem Referendar eine schlechte Note schreibt, ist der Betreuungslehrer zuständig, und nicht der Referendar. Lassen Sie den armen Referendar oder die arme Referendarin in Ruhe. Die versuchen nur zu überleben. Sprechen Sie lieber mit den Vorgesetzten.












Lustiges und Traurigesaus dem Alltag

Posted by Katarina Koch Fri, October 27, 2017 13:23:27

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Aus dem Ordner einer Schülerin: "Sei gegrüßt, o Lehrerin, es grüßen dich die
Einschlafenden!" smiley


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Dieses Meisterwerk ist eine Original-Stegreifaufgabe aus einem der besseren Nürnberger Gymnasien.
Die Aufgabenstellung 2. lautet: "Welche Formen des Verbs "esse" fehlen in der Aufgabe 1? Notiere nur die fehlenden lateinischen Verbformen in chronologischer Reihenfolge."
Wie bitte? Chronologische Reihenfolge bei Verben?
Zum Verständnis: Chronologisch können nur Abläufe sein, die man so schildert, wie sie auch zeitlich erfolgt sind. Zuerst mache ich die Tür auf, dann betrete ich den Raum, dann lege ich meinen Mantel ab. Das ist chronologisch.
Eine Verbformenreihe kann nicht chronologisch sein.







Nehmen nur dumme Kinder Nachhilfe?Nachhilfe

Posted by Katarina Koch Thu, October 26, 2017 12:46:38

"Ich habe meine Schulzeit ohne Nachhilfe bewältigt!" - "Wenn man Nachhilfe braucht, dann hat man nichts auf dem Gymnasium verloren!" - "Zu meiner Zeit..." - "Ich habe noch nie so eine dumme fünfte Klasse unterrichtet!" - "Sind die Noten für das Übertrittszeugnis mit Hilfe von Nachhilfe entstanden, wird diese Nachhilfe auch die weiteren Jahre – wahrscheinlich in mehreren Fächern – notwendig sein."

Solche und viele ähnliche Aussagen höre ich oft von verschiedenen Menschen und auch von Schülern, die sich manchmal ein bisschen schämen, dass sie Nachhilfe brauchen.

"Ich habe meine Schulzeit ohne Nachhilfe bewältigt!"

Ja, dieser Erwachsene ist sicher sehr klug und fleißig gewesen in seiner Schulzeit, er vergleicht sich mit den heutigen Kindern und sieht sich in einem so guten Licht. Irgendwie süß.
Ich habe meine Schulzeit auch ohne Nachhilfe bewältigt. Es war aber die Zeit von 1999-2006, an einem Nürnberger Gymnasium in der Südstadt. Jetzt würde ich die Schulzeit nicht mehr ohne Nachhilfe bewältigen, weil die Schule sich verändert hat und - Überraschung! - auch die Zeit.


"Wenn man Nachhilfe braucht, dann hat man nichts auf dem Gymnasium verloren!"

Etwa 70 Prozent der Kinder, die den gymnasialen Abschluss machen, haben nach Ansicht der Lehrer nichts auf dem Gymnasium verloren. Trotzdem sind sie dort und wollen dort bleiben, weil sie mit einem Abitur die besten Chancen auf dem Ausbildungsmarkt haben. Die Nachhilfelehrer erniedrigen ihre Schüler wenigstens nicht mit solchen Aussagen, sondern respektieren ihre Wünsche.

"Zu meiner Zeit..."

Ja, früher war alles besser. Die Jugend von heute ist verdorben und verloren, die Jugend wird die Menschheit zu Grunde richten.
Das haben schon Zeitgenossen von Sokrates gesagt. Eine brandneue Idee.


"Ich habe noch nie so eine dumme fünfte Klasse unterrichtet!"

Vielleicht erkennen Sie nur die andersartige Intelligenz der neuen Generation nicht? Sollte es Sie nicht stutzig machen, Herr Kollege, dass Sie 25 bis 30 junge Menschen als "dumm" bezeichnen, ohne mit der Wimper zu zucken?

"Sind die Noten für das Übertrittszeugnis mit Hilfe von Nachhilfe entstanden, wird diese Nachhilfe auch die weiteren Jahre – wahrscheinlich in mehreren Fächern – notwendig sein."
Erstens stimmt es sachlich nicht. Viele Kinder brauchen die Nachhilfe nur für den Übertritt und dann nicht mehr.

Zweitens:
Ja ne, eine Katastrophe! Eltern aus einfacheren Verhältnissen, die beide selbst keine Akademiker sind, leisten sich einen akademisch ausgebildeten Privatlehrer, der die Lücken ihres Kindes schließt. Das ist Betrug! Das Kind muss alles selbst schaffen! (Selbstständig in der vierten Klasse!)
Ich selbst bin natürlich besser als die Nicht-Akademiker, leiste quasi Nachhilfe umsonst, und kann meinem Kind auch alles beibringen, aber die Kinder der Nicht-Akademiker sollen gefälligst nicht betrügen, keinen Nachhilfelehrer bekommen und auf dem Niveau bleiben, wo ihre Eltern waren. Nichts sozialer Aufstieg!


Liebe sozial starke Eltern, bitte denken Sie daran, wenn Sie solche Sprüche anbringen, dass Sie Ihre eigenen Kinder von klein auf bilden, dass Sie ihnen vorlesen, dass Sie mit ihnen fördernde Spiele spielen, dass Sie Ihren Kindern Ihre Bildung weitergeben. Sie erschaffen die Umgebung, in der Ihr Kind gefördert wird, nicht Ihr Kind selbst.
Deshalb braucht Ihr Kind auch keine Nachhilfe, um an ein Gymnasium überzutreten, und nicht deswegen, weil Ihr Kind begabter ist als ein Arbeiterkind. Es gibt aber viele Kinder, die in Arbeiterfamilien aufwachsen, deren Eltern nicht lesen und viele Dinge nicht wissen. Diese Kinder haben es aber auch verdient, auf ein Gymnasium zu gehen, wenn sie es bei entsprechender Förderung schaffen. Und sie haben es verdient, solche herabsetzenden Sprüche nicht zu hören. Es sind Kinder, die etwas lernen wollen.

Der letzte Spruch ist im Übrigen ein Zitat aus der Präsentation eines Nürnberger Gymnasiums, die auf dem Vorstellungsabend des Gymnasium gezeigt wird. Dieses Gymnasium hat vor zwei Jahren nur sehr geringe Anmeldezahlen im stadtweiten Vergleich vorweisen können. Warum wohl?! Vielleicht sollte diese Schule selbst ein bisschen Nachhilfeunterricht nehmen, was den Umgang mit Kunden angeht. Denn eine Schule ist ein Dienstleister, der vom Staat finanziert wird. Nichtsdestotrotz - nur ein Dienstleister.

So viel zu unserer verkommenen Jugend.




















Warum lieben Lehrer Kopien?Didaktik

Posted by Katarina Koch Thu, October 26, 2017 12:08:28

In diesem offenen Brief wird eine Frage gestellt, die ich gern beantworten möchte, und zwar: Warum teilen Lehrer an öffentlichen Schulen so viele Kopien aus und nutzen die Schulbücher kaum?

1. Grund: Das Referendariat

Blog imageDas ist tatsächlich so. In der Lehrerausbildung, dem sogenannten Referendariat, werden angehende Lehrer "ausgebildet" und - das ist viel wichtiger - beurteilt. Die Beurteilung in diesem Beruf ist sehr schwer: genaugenommen werden "weiche" Kriterien zu "harten" Kriterien hochstilisiert. Damit sich diese Beurteilung irgendwie belegen lässt, muss man Unterlagen haben. Von den Referendaren angefertigte Arbeitsblätter eignen sich hervorragend dazu. An Hand dieser Arbeitsblätter kann man dann den Referendar entweder gut oder schlecht beurteilen, je nachdem, wie sich die zuständige Kommission geeinigt hat.
Allerdings gewöhnt man sich dann als Referendar an, viele Arbeitsblätter zu erstellen, um auf die "Lerngruppe einzugehen und ihre Bedürfnisse zu erfüllen". Das kann man ja mitspielen, solange man Referendar ist, aber im normalen Berufsalltag ist es natürlich Schwachsinn. Es gibt geprüfte und jahrelang getestete Lehrmaterialien, die man einsetzen kann und soll. Lehrer können nicht alles; unter anderem können Lehrer nicht neben ihrem Berufsalltag Schulbücher verfassen, denn das ist nicht ihr Beruf. Ihr Beruf ist es, zu lehren.
Dem Referendar wird beigebracht, dass es wichtiger ist, wie der Unterricht auf Außenstehende wirkt, als seine tatsächliche Qualität. Gut, dass Referendare Akademiker sind, und den meisten Blödsinn durchschauen. Manch schlechte Angewohnheiten bleiben aber vom Referendariat hängen.

2. Grund: Die Schulbuchpolitik

In Bayern werden mittlerweile alle drei-vier Jahre neue Schulbücher gedruckt. Ich frage mich schon, warum man in Latein, wo sich mit den Jahren nicht allzu viele Änderungen ergeben, immer wieder neue Bücher braucht. Oder sitzt da irgendein Ausschuss, der immer wieder Geld kassiert für "die Anpassung der Lehrmittel an den neuen Lehrplan"? Im Fach Geschichte werden Bücher auch verhältnismäßig oft ersetzt, aber das ist klar, man muss ja die Geschichte ein bisschen umschreiben, damit um Gottes willen bloß keine Konservativen in positives Licht gerückt werden.

In Biologie, Chemie oder Physik, hingegen wäre es sinnvoll, die Bücher fast jedes Jahr auszutauschen, denn in diesen Disziplinen ergeben sich durch neue Forschungsergebnisse tatsächliche Änderungen. Das passiert aber nicht.
Da ist es dann verständlich, dass die Lehrer der naturwissenschaftlichen Fächer viele Kopien austeilen müssen.


3. Grund: Übertriebene Differenzierung

Die Lehrer an staatlichen Schulen meinen es oft gut, und wollen wirklich auf die jeweilige Lerngruppe eingehen und auch noch innerhalb dieser Lerngruppe differenzieren.

Das ist ein Unterfangen, welches heutzutage zum Scheitern verurteilt ist. Das Schulsystem ist nicht auf Differenzierung ausgelegt, sonst hätten wir keine Klassenstärken von 33 Schülern im Gymnasium in der achten Klasse, sondern eine Gruppenstärke von maximal fünf Schülern. Wenn Schullehrer differenzieren wollen, sollten sie Nachhilfe geben: da hat man dann einen bis fünf Schüler, da kann man differenzieren. Man verdient aber auch deutlich weniger. Man kann nicht alles haben. Man kann kein Lehrer an einer öffentlichen Schule sein, und wie ein Privatlehrer agieren. Das funktioniert nicht.

Ist man lange genug gegen den Strom geschwommen und hat man also jahrelang versucht, auf alle einzugehen, zu differenzieren, und nebenher behinderte Kinder zu integrieren sowie für deren Motivation verantwortlich zu sein und hübsche Arbeitsblätter für jeden Anlass zu erstellen, dann resigniert man irgendwann und alles wird einem egal. Hätte man sich aber von Anfang an nicht übernommen und sich nicht zu viel Verantwortung aufgehalst, könnte man mit Spaß viele Jahre lang ohne sich zu überarbeiten mit den vorgelegten Schulbüchern nach dem allgemeingültigen Lehrplan unterrichten.

Das Merkwürdige ist, dass das Schulsystem selbst darauf ausgelegt ist, nicht zu differenzieren; es lässt Klassen mit 30 Kindern zu, es druckt für alle die gleichen Bücher etc.etc.etc. Aber die Menschen, die in diesem System arbeiten, versuchen dagegen anzukämpfen. Warum? Es ist eine großartige Errungenschaft der menschlichen Kultur, dass wir öffentliche Schulen haben, wo Kinder in Gruppen unterrichtet werden, weil sich unser Staat das sonst nicht leisten könnte. Es ist wirtschaftlich nicht machbar, allen eine Individualförderung zukommen zu lassen. Wir versuchen das gerade an öffentlichen Schulen und das führt dazu, dass die Gruppenförderung bröckelt. Dann gehen Kinder dorthin, wo echte Individualförderung angeboten wird: in die Nachhilfe.

Schuster, bleib' bei deinen Leisten! Die öffentliche Schule ist keine Kuschelanstalt, es ist eine Behörde, die dazu dient, Kinder zu sozialisieren, grundlegende Bildung zu vermitteln und zu selektieren. Es ist eine herausragende zivilisatorische Leistung, die gerade aus Gutmenschentum (siehe Inklusion) kaputtgemacht wird.