Nachhilfe-Hilfe

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Übertritt, 4. KlassePosted by Katarina Koch Fri, August 25, 2017 19:04:18


Die Zeit in der 4. Klasse Grundschule gehört für viele Kinder zu einer der anstrengendsten überhaupt. Ich zitiere einen Gymnasiasten: "Egal, wie schwer es jetzt ist, so stressig wie in der Vierten wird es nie mehr."

Nirgendwo läuft der Krieg zwischen den zwei Fronten - Familien mit Kindern und Lehrern - so hart, wie während der Übertrittszeit in der Grundschule.
Beide Seiten haben gute Argumente.

Die Lehrer vertreten das existierende Schulsystem. Eine funktionierende Selektion am Ende der 4. Klasse erleichtert den Gymnasiallehrern die pädagogische Arbeit ungemein, sie sind ja auch eher als Fachmänner oder Fachfrauen ausgebildet. Außerdem tut es einem Lehrer wirklich in der Seele weh, wenn er sehen muss, dass ein aus seiner Sicht fürs Gymnasium ungeeignetes Kind sich quält und mehr schlecht als recht durchkommt. Die Eltern machten zu viel Druck, beschweren sich die Lehrer, und würden die Kinder zwingen auf eine Schulart zu gehen, die diesem Kind nicht liegt. Das müsse alles nicht sei, man werde auch ohne Abitur glücklich. Des Weiteren, wenn jeder Abitur macht, verliert es an Wert.

Die Eltern wollen die bestmögliche Bildung für ihre Kinder und wenden dabei auch mal drastische Mittel an. Erstaunlich, dass diese Tatsache so kritisiert wird, es wundert schließlich auch niemanden, dass Eltern ein krankes Kind nicht ins Schwimmbad gehen lassen ("wo bleibt die persönliche Freiheit des Kindes?") oder sich um die Hausaufgaben des Kindes kümmern. Eltern tragen Verantwortung für das Wohlergehen ihrer kleinen Kinder und wollen grundsätzlich immer das Beste für sie. Nun ist es Eltern egal, welche guten Argumente dagegen sprechen, ihr Kind auf das Gymnasium zu schicken oder welche Empfehlungen. Sie sehen den klaren Trend, dass ihr Kind ohne einen Gymnasialabschluss nicht weit kommt und reagieren, meiner Ansicht nach, richtig. Für die Gesellschaft mag es ein Niedergang sein, dass das Abitur an Wert verliert. Aber gerade wenn das zunehmend passieren, werden Eltern wollen, dass auch Ihr Kind das Abitur macht. Das ist ein Teufelskreis. Je mehr Kinder das Abitur machen, um so größer wird der Druck, es auch zu haben.

Die Lehrer - so sieht es zumindest aus - vertreten ihre eigenen sowie das, was sie für die Interessen aller Kinder halten. Die Eltern setzen die Interessen ihres eigenen Kindes durch und sind weder am Lehrerwohl noch an gesellschaftlichen Problemen interessiert.

Woran liegt nun diese Misere? An dem Verfall des ehemals guten, wenn auch hoch selektiven Systems. Daran, dass das Abitur tatsächlich zum gängigen Abschluss wird und jeder studiert, auch wenn es bei unserer bürgerlichen "Elite" einen heftigen Butthurt verursacht. Unter diesem Verfall leiden alle; doch am meisten leiden die Kinder. Die Lehrer haben sich für diese Arbeit entschieden und werden dafür vergütet, die Kinder nicht. Kinder müssen sich Vieles von ihren Lehrern anhören, was nicht unbedingt notwendig ist. Schließlich sind es immer noch Kinder.

Entscheiden Sie selbst, Sie kennen Ihr Kind am besten.

Zum Abschluss eine Anekdote aus meiner Schulzeit:
In der Siebten hatte ich einen frechen und vorlauten, aber fleißigen Klassenkameraden, der wohl ein paar notentechnische Probleme in der Schule hatte. Unser, sonst recht menschlicher, Deutschlehrer sagte in der Sprechstunde zu den Eltern dieses Jungen - sein Vater ist übrigens Schuster und türkischstämmig - , der Flegel sei für das Gymnasium nicht geeignet. Schon damals habe ich mich gefragt, wie ein Lehrer es sich herausnehmen kann, so eine Einschätzung zu treffen.
Mein damaliger Mitschüler hat im Übrigen ein ziemlich gutes Abitur gemacht und ist nun Zahnarzt.

Viel Glück, liebe Eltern! smiley



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