Nachhilfe-Hilfe

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u.v.m.

Wie sehen (manche) Schüler heute unser bayerisches Gymnasium?

"Ministry of Magic"Posted by Katarina Koch Sat, August 19, 2017 11:22:59

Ein sehenswerter Schülerfilm aus dem Jahre 2016, kurz vor der Entscheidung des Bayerischen Kultusministeriums, wieder das G8 einzuführen. Eine (nicht mehr so ganz) aktuelle Sicht des Standes in Bayern aus der Schülerperspektive:

https://www.youtube.com/watch?v=Ub_JJKHe_ck

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Was passiert an den Schulen?

"Ministry of Magic"Posted by Katarina Koch Fri, August 18, 2017 10:43:43


Da ich sehr viel mit Schülern arbeite und auch einige Lehrer-Freunde habe sowie selbst an Schulen tätig gewesen bin, habe ich mir schon seit einiger Zeit ein Bild davon machen können, was an den Schulen, insbesondere am bayerischen Gymnasium, gerade passiert. Ich bin sicher, dass diese Prozesse auch in anderen Schularten so ähnlich ablaufen. Als Beispiel möchte ich das anführen, was dieses Jahr kurz vor dem bayerischen Abitur stattgefunden hat. Kurze Schilderung des Ablaufs:

Das Bayerische Kultusministerium plant im Jahr 2017 die Abiturtermine so, dass die Schüler mehrmals nur einige Tage für die Prüfungsvorbereitung haben. Nun gibt es nach dem Abitur für jene, die das Abitur nicht bestehen, eine letzte Chance: die Nachprüfung. Auch vor der Nachprüfung, die ihr Gesamtergebnis verbessern oder ihr Abitur noch retten kann, haben die Schüler nur einen Tag Zeit zur Vorbereitung. Verständlicherweise lassen sich die Schüler das nicht bieten und starten eine Petition. In dieser Petition fordern sie lediglich die Pfingstferien als Vorbereitungszeit. Durch den straffen Abiturterminplan führt das dazu, dass die Deutschlehrer die Abiturklausuren innerhalb von zwei Wochen korrigiert haben müssen. Dazu muss man in aller Deutlichkeit sagen: Diese Korrektur gut zu machen, ist unmöglich. Abiturklausuren sind längere Texte, die auf Rechtschreibung, Grammatik und Inhalt geprüft werden. Jede Klausur erhält einen gesonderten Kommentar mit der genauen Begründung der Note. Das in zwei Wochen zu leisten, parallel mit der Vorbereitung des Unterrichts, Korrektur anderer Schulaufgaben und Klausuren, ist nur möglich, wenn man den Arbeitsaufwand reduziert. Verständlicherweise reichen die Deutschlehrer eine Gegenpetition ein, die daran scheitert, dass nicht genug ihrer eigenen Kollegen dafür stimmen. Gerüchte besagen, dass das Ministerium nicht erfreut war über diesen „Aufstand“ der Lehrer. Das Ende vom Lied ist, dass die Schüler tatsächlich zwei Wochen mehr Vorbereitungszeit bekommen. Die Deutschlehrer sind übermüdet und sauer auf ihre Schüler. Die Atmosphäre in der Schule hat sich natürlich verschlechtert. Die Schüler sind sauer auf ihre Lehrer, zum Teil zu Recht. Ich frage mich schon, warum die Lehrer nicht gegen die merkwürdige Terminverteilung des Ministeriums protestiert haben. Die Lehrer sind sauer auf ihre Schüler, auch teilweise zu Recht. Natürlich bin ich eher auf der Schülerseite, denn der Lehrer sitzt dem Schüler gegenüber auf dem längeren Hebel. Die Lehrer sollten nicht vergessen, dass Schüler sich rächen können, und die Schüler nicht wie willenlose Objekte behandeln. Die Schüler, andererseits, sollten nicht versuchen, ihre Lehrer zu provozieren und Rache an ihnen zu üben. Das ist alles zweifellos richtig.

Was aber viel wichtiger ist, ist die Tatsache, dass weder Lehrer noch Schüler für diese Misere die Verantwortung tragen. Die Verantwortung dafür liegt beim Kultusministerium allein. Das Kultusministerium hat den Terminplan so erstellt, dass entweder die Schüler leiden müssen oder die Lehrer. Dann, als die Schüler einen Aufstand organisiert haben, den das Kultusministerium nicht ignorieren konnte (oder wollte), hat es den Schwarzen Peter den Deutschlehrern zugeschoben. Diese können sich als Beamte gegen ihren Dienstherrn nicht wehren. Das Kultusministerium hat die Deutschlehrer in eine unmögliche Situation gebracht und einen Präzedenzfall für weitere Aktionen dieser Art geschaffen, frei nach dem Motto „2017 haben Sie das schon geschafft, das können Sie auch weiterhin machen“. Bei allem Respekt der Schülerschaft gegenüber, die Schüler haben natürlich nicht gemerkt, dass ihre Willensäußerung vom KM politisch instrumentalisiert worden ist. Sie sehen in ihren Lehrern den „natürlichen Feind“. Die Lehrer, die es doch besser wissen müssten, scheinen immer mehr im Schüler „den natürlichen Feind“ zu sehen.

Das passiert, meiner Ansicht nach, zunehmend an den Schulen. Das Kultusministerium versagt bildungspolitisch auf voller Linie, trifft opportunistische Entscheidungen und weist die Verantwortung von sich. Es spielt die Lehrer gegen die Schüler und die Schüler gegen die Lehrer aus.

„Divide et impera“, wie Bismarck sagte.


https://www.openpetition.de/petition/online/abi-nomtenbekanntgabe-am-2-juni

https://www.merkur.de/bayern/abitur-2017-schueler-gehen-auf-barrikaden-petition-gestartet-7378496.html

http://www.sueddeutsche.de/bayern/online-petition-nach-protest-ministerium-zieht-termin-fuer-abi-noten-vor-1.3371021

https://www.openpetition.de/petition/online/bekanntgabe-der-abiturergebnisse-am-19-juni-2017

http://www.sueddeutsche.de/bayern/petition-lehrer-fordern-mehr-zeit-1.3373075

https://www.merkur.de/bayern/abiturnoten-bekanntgabe-lehrerin-scheitert-mit-gegenpetition-7400368.html



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