Nachhilfe-Hilfe

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u.v.m.

Was muss Lateinnachhilfe leisten? - Teil 2

LateinnachhilfePosted by Katarina Koch Mon, September 11, 2017 15:28:36
Die Lateinnachhilfe in der Spracherwerbsphase, also den ersten drei Lateinlernjahren, hat zum Ziel, gute sprachliche Grundlagen zu legen.

In der Lektürephase, das heißt ab der 9. Klasse, verfolgt die Lateinnachhilfe je nach Stand des Schülers jeweils unterschiedliche Ziele. Ich gehe nun von einem durchschnittlichen Schüler aus, der mit Latein mehr oder minder große Probleme hat.


9. Klasse
In der neunten Klasse setzt die schwierige Lektüre von Caesars "De bello Gallico" ein, dicht gefolgt von der Lektüre der Gedichte Catulls, Martials Epigrammen und anderen Originaltexten. Gleichzeitig dürfen die Schüler keine Wörterbücher verwenden. In der Neunten wird es voraussichtlich notentechnisch einen Einbruch geben, den der Nachhilfelehrer ausgleichen sollte. In hoffnungslosen Fällen lässt sich Einiges über Abfragen, Exen und den Zusatzteil der Schulaufgabe bewirken.
Außerdem besteht die für den Lehrer eine große Herausforderung darin, vor allem die Caesarlektüre spannend zu gestalten.

Gerade für Caesar gibt es herausragende Materialien, zum Beispiel einen didaktisch aufbereiteten Comic. Der Schüler sollte verstehen, was er liest und sich keine resignierte Haltung ("versteh' ich eh' nicht, Latein halt") aneignen. Sie können Ihr Kind dazu befragen, zum Beispiel: "Worum geht es denn in der Lektüre?" Gerade jetzt sollte natürlich der Schwerpunkt der Nachhilfe auf dem gemeinsamen Übersetzen liegen.
Begleitend zur Lektüre sollte weiterhin der Sachunterricht erfolgen sowie grammatische Phänomene wiederholt werden.

Viele Schüler kommen gerade in der 9. Klasse zum Nachhilfelehrer und wollen letztendlich "nur überleben", also nicht schlechter als eine Vier im Zeugnis bekommen. Gerade die Neunte ist daher schwer, weil man keine Hilfsmittel in Form eines Wörterbuchs hat und die Textschwierigkeit exponentiell steigt. Ich halte die Neunte Klasse in Latein für die schwierigste und gefährlichste. Natürlich hängt das auch mit dem Alter der Kinder zusammen, die zu jungen Erwachsenen heranreifen und für die gerade - verständlicherweise - alles wichtiger wird als die Schule. Daher rate ich zur gründlichen Vorbereitung bereits in der Achten.

10. Klasse
Hat der Schüler die Neunte erfolgreich überstanden und den Lektüreschock verwunden, erwartet ihn in der Zehnten eine Belohnung in Form des zugelassenen Wörterbuchs. Gerade bei schwächeren Schülern darf die Wichtigkeit des Wörterbucheinsatzes nicht unterschätzt werden. Ein guter Teil des Nachhilfeunterrichts muss unbedingt für die exzessive Wörterbucharbeit aufgewendet werden. Der gekonnte Umgang damit verschafft dem Schüler einen großen Vorteil im Vergleich zur Neunten. Darauf sollten Sie auch den Nachhilfelehrer ansprechen.
Ich habe schon Schüler gehabt, deren Lateinkenntnisse sich in sehr engen Grenzen gehalten haben, die aber durch gekonnnte Wörterbucharbeit und anderen Einsatz im Unterricht die Zehnte relativ unbeschadet überstanden haben.
Die Textschwierigkeit nimmt zwar noch einmal zu, vor allem Ovid und die Dichtung sind große Brocken; der Schüler kennt das aber schon aus der neunten Klasse. Der Nachhilfelehrer sollte vor Allem bei der Ovid-Lektüre auf die mythologischen Kenntnisse aus der Unterstufe zurückgreifen und diese dazu benutzen, die Übersetzung einfacher zu gestalten.

Abschließend lässt sich sagen, dass sich die Arbeit des Nachhilfelehrers in der 9. und der 10. Klasse nicht mehr wirklich kontrollieren lässt, weil man als Elternteil höchstwahrscheinlich wenig davon verstehen wird, was da gelernt wird. Es ist daher höchst ratsam, für diese Art von Nachhilfe einen durch ein Studium qualifizierten Lehrer zu suchen. Für einen Schüler, der nebenher etwas Nachhilfe gibt, wird es schwierig sein, Ihrem Kind angemessen zu helfen. Vor Allem die Arbeit mit Zehntklässlern, die Wörterbucharbeit, das laute Vorlesen der Verse und sonstige Tricks, die den Schüler durch die Zehnte bringen, verlangen eine recht hohe Qualifikation.



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Warum Latein wählen?

LateinnachhilfePosted by Katarina Koch Wed, August 23, 2017 11:03:16


Stehen Kinder vor der Sprachwahl, überlegen sich Familien oft quälend, welche Sprache "am besten" ist und "am meisten" bringt. Üblicherweise fahren dann die Fachschaften Französisch und Latein schwere Geschütze auf. Ich habe sogar schon davon gehört, dass Schüler von den Französischlehrern mit Süßigkeiten "bestochen" werden smiley.
Welche Gründe sprechen nun für und welche gegen Latein als zweite Fremdsprache?

Gegen Latein spricht:
1. Latein wird nur noch im Vatikan gesprochen, ansonsten ist Latein eine tote Sprache.
2. Latein ist schwer.

Für Latein spricht:
1. Latein ist zwar tatsächlich schwer, man muss aber in Latein nur lateinisch-deutsche Übersetzungen anfertigen. Im Vergleich zu Französisch, wo man selbst aktiv Texte verfassen und auch noch deutsch-französische Übersetzungen vorlegen muss, ist Latein einfacher.

2.
Dass Latein nicht gesprochen wird, erweist sich im harten Schulalltag dann doch als Vorteil: man kann (fast) keine Aussprachefehler machen und keiner verlangt vom Schüler, in der 10. Klasse fast fließend Latein zu sprechen.

3. Schriftliche Übersetzungen ins Deutsche fördern die Muttersprache des Kindes und erweitern seinen Wortschatz in vielen Bereichen, die außerhalb des Alltags liegen. Das kann keine andere Fremdsprache (außer Griechisch) leisten.

4. Ein weiterer pragmatischer Grund: seit Jahren sinken in Anforderungen in Latein kontinuierlich. Da der Lateinunterricht sowieso abgebaut wird, kann man von dieser traurigen Tatsache "profitieren".


Außerdem möchte ich noch betonen, dass der Hinweis der Französischlehrer, Französisch lebe und werde gesprochen und Latein nicht, sich nicht auf die Französischschüler erstreckt. Ehrlicherweise muss man doch sehen, dass man am Ende des Gymnasiums selbst in Englisch nur die Stufe B1 des europäischen Referenzrahmens erreicht, das ist in Französisch nicht anders. Das sind recht rudimentäre Sprachkenntnisse. Ihr Kind wird sich am Ende der Schulzeit höchstwahrscheinlich nicht in Französisch verständigen können. Daher ist der Verweis auf das "nicht gesprochene Latein" hinfällig; der Durchschnittsschüler wird Französisch genauso wenig sprechen wie Latein.

smileyAlles in Allem: Es lebe Latein! smiley










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